
Heute ist der grosse Tag, Carmina soll heute auf der SSP (Schweissprüfung, Übernachtfährte min. 20 Std. mit Schwarzwildschweiss, 1200 Schritt, 3 Haken) zeigen was sie kann. Mit den letzten Übungsfährten waren wir eigentlich garnicht so zufrieden.
Wir sind schon im dunkeln aufgestanden, die Hunde haben ihre Runde gemacht, Kachelofen eingeheizt, Klemens im Keller gefüttert damit die Weiber es nicht mitbekommen. Treffpunkt sollte um 9 Uhr sein, eine halbe Stunde vorher bin ich im Suchenlokal.
Diesmal sind nur 3 Hunde gemeldet, kein Terrier sondern ein Beagle, ein Golden Retriever und ein DW – aber eine reine Damenrunde. Da gestern oben im Revier noch 10 cm Schnee lag, wurden die Fährten in einem Ausweichrevier gelegt.
Nach der Auslosung – wir haben genommen, was übrig war und bekamen Fährte Nr. 3 – mussten wir dann noch eine halbe Stunde bis ins Revier fahren. Die beiden anderen waren in einer Gruppe, wir waren die andere. Das Gelände war gnädig, Buchenwald, nicht besonders steil – aber 1200 Schritt sind eine lange Strecke – da gibt es genügend Gelegenheiten in die falsche Richtung zu laufen, zumal nach den Niederschlägen kein Schweiss mehr zu sehen war.
Die erste Stecke vom Weg weg bergauf ging recht zügig und der erste Haken war auch kein Problem, den nächsten Haken hat sie wohl igrendwie geschnitten und kam wieder auf die Fährte. Wie nachher gesagt wurde waren wir da wohl nicht mehr allzuweit von einem Rückruf entfernt. Aber Carmina hat schon öfter unter Wind einen Haken geschnitten und ein Stück weit neben der Fährte gearbeitet. Dann kamen wir an einem vermoderten Holzstapel vorbei, den Sie für mein Empfinden etwas zu genau untersuchen wollte. Wir griffen noch mal ein Stück zurück und dann ging es wohl total in die falsche Richtung bis zum ersten Rückruf.
Noch mal neu angesetzt, mit List und Tücke an dem ominösen Holzhaufen vobei, der bestimmt gut nach Marder duftete, und dann ging es nur noch mühselig weiter, als ob sie die Lust verloren hätte. Nach einiger Zeit mussten wir noch mal zurückgreifen, und dann auf einmal ging es wieder zügig weiter bis wir nach 40 Min. am Stück standen.
Da war natürlich Freude angesagt. Zurück an der Forsthütte, die schon eingeheizt war, gab es erst mal Verpflegung fürs Hunderl und ein Erinnerungsfoto. Der Beagle war ebenfalls schon durch. Bis der dritte zurück kam, wurden wir grosszügig verpflegt mit Bier, Cola, Knackwurst und Semmeln, Kuchen und Kaffee.
Uleika durfte jetzt auch mit in die Hütte, und die uns noch vom letzten Jahr kannten, haben sich gleich nach ihrem Befinden erkundigt. Dann belagerte sie die Frau des einen Richters (ebenfalls DW-Besitzer) und liess sich verwöhnen.
Danach die Rückfahrt ins Suchenlokal, und wegen Regen fand die Siegerehrung im Saal statt. Die Saufeder hat die Führerin mit dem Beagle gewonnen mit einem 1. Preis. Carmina bekam durch den einen Rückruf nur einen 2. Preis und lag damit an zweiter Stelle. Was wollen wir mehr, Hauptsache bestanden!
Die Prüfungspreise: Pokal, Urkunde, Anstecknadel, flüssige Nahrung für den Führer und Leberkas für den Hund waren wieder überaus reichhaltig und liebevoll gestaltet – deshalb nochmals unser Dank an die ausrichtende LGr. NÖ im Club Jagdterrier.

Ich freue mich wirklich, dass wir jetzt zweimal hintereinander auf dieser Prüfung erfolgreich waren: letztes Jahr mit Uleika und heuer mit Carmina, beide mit einem 2.Preis. Die ganze Prüfungsatmosphäre, kameradschaftlich und ruhig, der ganze Ablauf ohne Hektik, bleibt in positiver Erinnerung und es ist durchaus im Rahmen des möglichen, dass wir in ein paar Jahren mit einem Nachwuchshund wieder einmal dort antreten werden.

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